P-90 sind wieder im Trend: Joe Bonamassa enthüllt die Geheimnisse des Sounds und der Einstellung legendärer Tonabnehmer
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Wie man den perfekten Ton erreicht: Ein Blick hinter die Kulissen von einer Blues-Legende
Der bekannte Blues-Gitarrist, Sammler und Experte für Gitarrenequipment Joe Bonamassa teilte seine Beobachtungen über die Unterschiede zwischen P-90 und Humbuckern und erklärte, wie man diese Tonabnehmer richtig einstellt, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Geschichte und Unterschiede: P-90 gegenüber Humbuckern
P-90-Tonabnehmer waren lange Zeit der Industriestandard, bevor sie von Humbuckern abgelöst wurden, die besonders bei Instrumenten der Marke Gibson.
Der Hauptunterschied zwischen ihnen liegt im Klangcharakter:
- Single-Coils bieten einen hellen Anschlag und Schärfe
- Humbucker sorgen für Wärme und Dichte
- P-90 nehmen eine Zwischenposition zwischen diesen Extremen ein
Genau deshalb werden sie oft bezeichnet als:
die ideale Balance zwischen Brillanz und Kraft.
Praxis: Wie P-90 in der Realität klingen
Um den Unterschied anschaulich zu demonstrieren, Joe Bonamassa benutzte zwei maximal ähnliche Gitarren Gibson Les Paul:
- ein Modell von 1958 mit PAF-Humbuckern
- ein Modell von 1956 mit P-90
Nach seinen Worten:
klingen P-90 beim Verringern der Lautstärke funkelnder und offener, ähnlich wie Single-Coils,
und werden beim Erhöhen dichter und satter.
So kann ein Satz Tonabnehmer ein breites Spektrum an Klangfarben abdecken.

Warum Profis P-90 wählen
In einem Interview für Gibson, Joe Bonamassa merkte an, dass viele treue Fans der Marke in informellem Rahmen zugeben:
ihr Lieblingstonabnehmertyp sind genau die P-90.
Er betont:
- der Sound ist sauberer
- der Höhenbereich ist ausdrucksvoller
- es ist ein charakteristisches „Glühen“ vorhanden, das Humbucker nicht haben
Genau deshalb sind sein Modell Epiphone Copper Iridescent, wie auch die Signature-Gitarre von Warren Haynes, genau mit P-90 ausgestattet.
Einstellung ist wichtig: Tonabnehmerhöhe
Ein nicht weniger wichtiger Faktor ist die richtige Einstellung der Tonabnehmerhöhe.
Es gibt zwei Ansätze:
- sie für maximalen Output näher an die Saiten bringen
- sie tiefer legen und dies durch Verstärkung kompensieren
Joe Bonamassa bevorzugt bei Humbuckern die erste Variante, nutzt aber bei P-90 einen völlig anderen Ansatz:
- der Halstonabnehmer wird so weit wie möglich abgesenkt
- der Stegtonabnehmer hingegen so hoch wie möglich eingestellt
Dies erzeugt einen ausgewogeneren Klang.
Manchmal, sagt er, muss man zu unkonventionellen Lösungen greifen – bis hin zur Verwendung von Hilfsmitteln wie Holzstäbchen, um die richtige Höhe und Stabilität zu erreichen.
Rückkehr der Legende: P-90 sind wieder in Mode
Heute erleben P-90 einen neuen Popularitätsschub.
Warren Haynes wählte sie für sein neues Signature-Modell Gibson, da er ihre Vielseitigkeit schätzt.
Der Gitarrist Jake E. Lee, bekannt durch die Arbeit mit Ozzy Osbourne, schätzt diese Tonabnehmer ebenfalls sehr.
Seiner Meinung nach:
vereinen P-90 die besten Eigenschaften:
- den Anschlag und die Artikulation von Single-Coils
- die Dichte und Weichheit von Humbuckern
Einschränkungen der Vergangenheit und moderne Lösungen
Früher Jake E. Lee benutzte auf der Bühne keine P-90 wegen des hohen Rauschpegels – besonders beim lauten Spielen.
Damals gab es keine Lösungen zur Brummunterdrückung, was sie für Konzerte weniger praktisch machte.
Heute hat sich die Situation geändert und das Interesse an diesen Tonabnehmern wächst wieder.
P-90 sind nicht einfach ein Kompromiss, sondern:
eine einzigartige Kombination aus Brillanz, Tiefe und Dynamik, die sie bei Profis und Enthusiasten immer gefragter macht.